Inventurmethode
#Punktraster
Bei der systematischen Stichprobeninventur sind die Stichprobenpunkte in einem einheitlichen Ras- ter definierter Weite (z.B. 100 x 200 m) angeordnet. Eine strikte Nord-Süd-/Ost-West-Ausrichtung der Rasterlinien erleichtert die Navigation zum nächsten Punkt bei schlechter GPS-Verbindung.
Das Verfahren ist als reine Holzbodeninventur konzipiert. Alle Stichprobenpunkte haben vollflächig (maximaler Probekreisradius) auf bestocktem oder unbestocktem (Blöße) Holzboden zu liegen. Fällt ein Stichprobenpunkt auf Nichtholzboden (nicht zur dauernden Holzerzeugung bestimmte Flächen, wie z.B. Wege, Schneisen, (permanente) Holzlagerplätze, Leitungen über 5 m Breite), wird er nicht erfasst. D.h., es findet keine Aufnahme statt. Fällt ein Stichprobenpunkt auf Holzbodenfläche, berührt jedoch Nichtholzbodenfläche, ist dieser unter Maßgabe der geringstmöglichen Abweichung von der ursprünglichen SOLL-Koordinate so zu verlegen, dass der größte Probekreis vollumfassend Holzboden abdeckt. Fremdeigentum bleibt von der Punktverlegung unberührt. Ist die Verlegung des Stichprobenpunktes nicht innerhalb der maximal zulässigen Abweichung von der SOLL-Koordinate des Stichprobenpunktes zu realisieren, entfällt dieser.
#Erstaufnahme
Die Stichprobenmittelpunkte werden im Rahmen der Erstinventur mittels GPS aufgesucht, eingemessen und dauerhaft vermarkt. Für die Unterflurvermarkung der Stichprobenpunkte werden Markierungseisen verwendet, die ein Wiederauffinden mittels Metallsuchgerät ermöglichen. Die Erhebung der Merkmale erfolgt in konzentrischen Probekreisen frei wählbarer Radien um den Stich- probenmittelpunkt.
#Wiederholungsaufnahmen
Bei Wiederholungsaufnahmen (i.d.R. 10 Jahre nach der Erstaufnahme) werden alle dynamischen Merkmale eines Stichprobenpunktes (Derbholz, Verjüngung und Totholz) erneut erfasst. Statische Merkmale, die sich auf den Stichprobenpunkt im Allgemeinen beziehen (z.B. Hangneigung), müssen nicht noch einmal erfasst werden. Die entsprechenden Felder sind vorbelegt und sind nur im Falle gröberer Abweichungen zu korrigieren.
#Stichprobenpunkt
Die Erhebung der Merkmale erfolgt in konzentrischen Probekreisen frei wählbarer Radien. Anzahl der Probekreise, Probekreisradien und Aufnahmeparameter (Unter- und Obergrenzen) sind im Vorfeld der Ersterfassung zu definieren.

Um die Dynamik der erfassten Merkmale abbilden zu können, sind die Inventurvorgaben der Ersterfassung auch bei Wiederholungsaufnahmen beizubehalten.
#Verfahrensdurchführung
Die Datenerhebung kann im Ein- oder Zwei-Mann-Verfahren durchgeführt werden. Die entsprechen- de Verfahrensvariante ist in den INVENTURVORGABEN auszuwählen.
Die Erhebung der Merkmale kann für Derbholz in einem oder in zwei ineinander geschachtelten konzentrischen Probekreisen frei wählbarer Radien um den Stichprobenmittelpunkt erfolgen. Für Totholz gilt der kleinere der zwei Probekreise. Für die Verjüngung wird ein kleiner ebenfalls frei wählbarer Probekreis im Norden auf dem Außenring des inneren Derbholzkreises betrachtet.